Flüchtlinge in Goldbach – die FWG sagt JA!

07.07.2015

Auf Einladung der Goldbacher Grünen sprach die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth, am Montag den 06.07.2015 Abends in Goldbach im Haus Effata zum Thema "Flucht und Asyl".
Man kann zu Claudia Roth als Politikerin stehen wie man will, darf sie und ihre Meinungen durchaus auch konstruktiv kritisieren, denn wir leben ja schließlich in einer Demokratie und diese kennzeichnet sich durch Pluralität von Gedanken und Ansichten und deren Artikulation aus.

Was unserer Meinung nach aber überhaupt nicht geht, ist das Verhalten welches vier Besucher zum Auftakt der politischen Veranstaltung an den Tag legten, indem sie ein Plakat mit ausländerfeindlichem Gedankengut in die Höhe hielten und dies noch mit verbalen Entgleisungen kommentierten. NPD-Flyer, die im Vorfeld in Teilen Goldbachs verteilt wurden, sind sicherlich des gleichen "Geistes Kinde". Ferner haben zahlreiche User in den sozialen Netzwerken, die sich in einer diffamierenden und persönlich beleidigenden Weise über sie als Mensch, Frau und Politikerin äußerten, die Grenzen des guten Geschmacks und Anstands weit überschritten. Bedauerlicherweise befand sich darunter auch der ein oder andere bekannte Goldbacher Ortsbürger.

Das ist nicht Goldbach, wenn einer unserer Gemeinderäte während einer politischen Diskussion körperlich angegriffen wird, weil er Zivilcourage zeigte. Glücklicherweise ist ihm nichts Ernsthaftes zugestoßen. Darüber hinaus zeigte die überwiegende Mehrheit der anwesenden Zuhörer durch ihre "Nazi raus"-Rufe, dass die politisch interessierte Bevölkerung Goldbachs größtenteils weit weg von braunem Gedankengut ist.

Goldbach ist eine weltoffene und hilfsbereite Gemeinde, was gerade zahlreiche ehrenamtliche Helfer in den letzten Monaten durch die intensive Betreuung unserer Asylbewerber unter Beweis stellten. Gemeinsam hat es die Kommune geschafft, fremde Menschen in die Ortsgemeinschaft zu integrieren, sie in unsere Vereine aufzunehmen und einen selbstverständlichen Umgang mit ihnen zu pflegen. Diesen Verdienst und Ruf lassen wir uns durch eine Hand voll "Dumpfbacken" nicht zu nichte machen.

Die FWG steht weiterhin uneingeschränkt hinter allen Vorhaben Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen, ob von Seiten der Kirchenverwaltung, von Privatleuten oder der Kommune selbst. Wir dürfen uns als eine der größten Gemeinden im Landkreis nicht aus dieser Verantwortung stehlen. Natürlich ist darauf zu achten, eine gleichmäßige Verteilung der Asylbewerber im Landkreis anzustreben, damit hierbei weder die Bevölkerung noch die ehrenamtlichen Helfer überfordert werden.

Es kommen Menschen, keine Probleme!
Gemeinsam wird es uns gelingen, diese Menschen in unsere Gesellschaft aufzunehmen, damit sie ein Teil dieser werden – selbstverständlich mit allen Rechten und Pflichten, die sich daraus ergeben. Dass es dabei auch vereinzelt zu Problemen kommen kann, ist nicht auszuschließen, aber durch weiterhin gemeinschaftliches Handeln werden wir diese Aufgaben stemmen. Da sind wir uns ganz sicher!

Sandra Rußmann
Fraktionssprecherin FWG

Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 07.07. zu den Ereignissen am Montag

Meldung Main-Netz direkt während der Veranstaltung